Samstag
8.30 Uhr, Borrweg. Der Car steht bereit, die 37 Gepäckstücke der 37 Reiseteilnehmer sind verstaut, die beiden Organisatoren Clemens und Jörg begrüssen die Ausflugstruppe und der Bus setzt sich in Bewegung. Wohin? Das wissen nur die Götter – na ja, und Clemens und Jörg. Und der Car-Chauffeur. So hoffen wir zumindest. Ein kleines Reiseplänchen gab uns erste Hinweise, wohin uns die Theaterreise 2026 verschlägt und welche Aktivitäten uns erwarten könnten. Es wurde munter gerätselt und Gerüchte gestreut. Offenbar brauchen wir unseren Schweizer Pass – oder zumindest eine ID. Es geht also ins Ausland. Rund eineinhalb Stunden später war das erste Rätsel gelöst. Wir besuchen das Fürstentum Liechtenstein.
Empfangen wurden wir in Vaduz mit Marschmusik von zahlreichen Musikvereinen, die extra für uns die Princely Tattoo Parade auf die Beine stellten. Zumindest interpretierten wir das jetzt einfach mal so. Danke, Herr Fürst. Unser erster Halt führte uns ins liechtensteinische Landesmuseum. Und nun wurde auch klar, weshalb wir unseren Pass benötigten. Für alle, die wollten, gab es einen offiziellen Stempel im Reisedokument. Nach einer Kafi- und Gipfeli-Stärkung besichtigten wir in zwei Gruppen das Landesmuseum und erfuhren viel über die bewegte Geschichte des Fürstentums. Die Gruppe „Passstempel“ kürzte die Führung im Landesmuseum etwas ab, durfte dafür aber noch die Schatzkammer begutachten. Dabei gab es unter anderem die Krone – in Liechtenstein offiziell „Fürstenhut“ genannt – sowie allerlei kostbare Eier zu sehen. Zum Glück hielt sich unser Lupin zurück und alle Eier blieben in ihren Vitrinen. Glück gehabt, Herr Fürst.
Danach knurrten die Bäuche. Clemens verteilte jedem Teilnehmer und jeder Teilnehmerin ein kleines Säckchen mit Gutscheinmünzen. Damit konnten alle am Vaduzer Genussfestival – ebenfalls extra für die Theatergruppe Friesenberg organisiert – ihr Wunschgericht an einem der vielen Foodtrucks auswählen. Von Pastrami-Burger über Entenbratwurst bis zu Wildfleisch-Ravioli – ein echter Genuss.
Das Nachmittagsprogramm startete mit dem City-Train. Nachdem mehr oder weniger alle Passagiere pünktlich zugestiegen waren, sahen und erfuhren wir einiges über die Hauptstadt Vaduz. Das Zügli war zwar nicht ganz so komfortabel wie der Simplon Nostalgie Express, aber trotzdem lässig. Irgendwo im Nirgendwo hielt der City-Train plötzlich an und es hiess: Aussteigen. Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir unser nächstes Highlight: die Kreativ-Akademie. Dort empfingen uns Konstanze und Julia und führten mit uns einen Impro-Theater-Workshop durch. Natürlich waren da unsere Rampen-Säulis voller Herzblut mit dabei, aber auch die weniger Bühnenerprobten machten eine sehr gute Figur. Am Ende des rund zweistündigen Kurses gab es noch eine Show, bei der uns Julia und Konstanze unterhielten und auch diejenigen, die unbedingt nochmals auf die Bühne wollten, mittun konnten. Die wichtigste Aufgabe erhielt dabei Gian als Wellenchef. Immer wenn eine Szene besonders gut gelungen war und jemand „Welle“ rief, startete Gian die La-Ola-Welle.
Nach so viel Action führte uns der Bus zum b-smart Hotel in Bendern. Nach dem Bezug der sehr schönen Zimmer trafen sich die Ersten schon bald für einen Apéro in der Bar. Das anschliessende Abendessen war vorzüglich. Nachdem alle verköstigt waren, fand sich eine grössere Gruppe zum „Werwölfle“ ein. Irgendwann weit nach Mitternacht gingen auch die letzten Werwölfe, Dorfbewohner und Hexen ins Bett.
Sonntag
Nach einem leckeren Frühstück – wahlweise Nutella mit oder ohne Butter – starteten wir um 9.30 Uhr in den zweiten Ausflugstag. Unser erstes Ziel war ein kleiner idyllischer Badesee mit Blick auf die Berge. Die gemütliche Gruppe wurde mit dem Car chauffiert, während die etwas Aktiveren den Weg zu Fuss unternahmen. Leider liefen wir etwas im „Gaggo“ herum, der Weg war aber auch nicht optimal ausgeschildert. Na danke, Herr Fürst. Aber dank ein paar Wellen von Wellenchef Gian und Google Maps erreichten wir dennoch nach einem gemütlichen Spaziergang den See. Während sich einige ins kalte Nass wagten, genossen andere die Aussicht oder vergnügten sich beim Apéro. Zum Schluss gab es auf der Holzbrücke noch das obligate Gruppenfoto.
Mit neuem Car und Car-Chauffeur ging es weiter in Richtung Vaduz, wo einige durch das Oldtimer-Treffen schlenderten und Autos bestaunten. Für die zweite Gruppe ging es den Triesenberg hinauf. Von dort bewanderten die Friesenbergler den Triesenberg. Über Stock und Stein marschierten wir bis zum Berggasthaus Masescha. Da die Wanderer sich dieses Mal nicht verliefen, waren sie sogar wenige Minuten vor den Oldtimer-Bestaunern vor Ort. Die Bäuche wurden reichlich mit Salat und Käsespätzli gefüllt, und zur Krönung gab es einen warmen Schokoladenkuchen mit Vanille-Glacé. Nun hätte man die Friesenbergler auch vom Triesenberg runterrollen können – wir nahmen dann aber doch den Bus.
Dieser führte uns über den ziemlich ausgetrockneten Rhein – Adieu wohl, Herr Fürst – zurück in die Schweiz. Doch die Reise war noch nicht ganz zu Ende. Auf dem Plänchen stand ja noch das Zeichen eines Wasserfalls. Wir fuhren durch das Toggenburg bis nach Unterwasser. Wer sich noch nicht genug bewegt hatte oder die Kalorien vom Mittagessen gleich wieder abtrainieren wollte, spazierte die rund 15 Minuten zu den Thurfällen. Dies entpuppte sich leider etwas als Reinfall, denn kaum ein Tropfen fiel auf die trockenen Steine. Ein Wasserfall ohne Wasser, na danke, Herr Fü… ich meine Herr Gemeindepräsident von Unterwasser. Aber eindrücklich war es dennoch, sich nur schon vorzustellen, wie hier die Wassermassen im Frühling herunterprasseln. Und natürlich ein Grund, nochmals nach Unterwasser zu kommen.
Um 16 Uhr war es Zeit, wieder in Richtung Zürich zu fahren. Der äusserst mitteilsame Car-Chauffeur lieferte uns pünktlich kurz vor 18 Uhr wieder am Borrweg ab. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön und eine Welle für Clemens und Jörg für die grossartige Organisation der Reise. Es war wiederum eine äusserst gelungene Theaterreise. Wir kommen wieder, Herr Fürst.