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Reisebericht 2006

Reiseziel: Freiburg, Kloster St. Peter, Glottertal, Hinterzarten, Titisee
Datum: 2. und 3. September 2006
Organisation: Alexander Schatt und Jeanine Erni
Reisebericht: Eva Weber
Zusatzinformationen:

Reisebericht (PDF)
Aufnahmeprüfung (PDF)
Ausflugs-Quiz (PDF)
Schwarzwaldklinik-Test (PDF)


Behandlungsbericht

 

Praxis:

Dr. Carsten Berger-Zitzewitz und Oberschwester Hildegard

Eintrittsbericht:

Voller Erwartung zweier schöner Tage trat der Patient TGF in unseren Praxisbus ein. Die Behandlung des Patienten wurde erstmalig – und sehr erfolgreich – in unserer Praxisgeschichte im Ausland durchgeführt!

Anamnese (Vorgeschichte laut Patient):

Der Patient TGF arbeitete und probte in der ersten Jahreshälfte 2006 überdurchschnittlich viel, was zu einem gewissen theatrus-laius-burn-out Effekt führte. Er weiss genau, dass ihn derselbe Stress, den er sich wohlgemerkt freiwillig und im vollen Bewusstsein des Ausmasses selbst zuführte (>borderline-Verdacht?), zu Beginn des Jahres 2007 wieder voll treffen wird.

Diagnose:

Überarbeitung durch Selbstverschulden und ein gewisses Mass an Masochismus, denn der Patient TGF behauptet steif und fest, diese arbeitsamen Monate bereiteten ihm sogar Spass.

Jetziges Leiden:

Äusserlich keine besonderen Anzeichen mehr sichtbar, ausser einer spürbaren Unruhe, sich die Mittel für einen weiteren theatrus-laius-burn-out zu besorgen. Es besteht somit eine gewisse Labilität des Patienten, die leider sogar als Suchtverhalten eingeordnet werden muss.

Therapie:

Eine Schwarzwaldreise mit Herrn Dr. Berger-Zitzewitz und Frau Oberschwester Hildegard dürfte die Unruhe etwas dämpfen.

Procedere:

Behandelter Patient TGF soll sich im kommenden Jahr (spätestens September 2007) zu einer weiteren Behandlungsreise in unserer Praxis einfinden.

Beilagen:

Bericht zur Behandlung und einige Röntgenbilder.


Am Morgen des 2. Septembers 2006 fand sich der Patient TGF am Carparkplatz ein, wo ihn der Praxisbus mit unserem sehr verehrten Herrn Dr. Carsten Berger- Zitzewitz und seiner reizenden Oberschwester Hildegard erwartete. Nach anfänglichen Beschwerden des Patienten wie Morgenübelkeit, kleineren Malariaschüben und Hämorrhoidenausstülpungen, denen allen mit den eigenhändig hergestellten Wunderdrageés unseres hoch begabten Dr. Berger- Zitzewitz beizukommen war, ging die Behandlung los. Der Patient wurde nach einem Eignungstest festgeschnallt und ins benachbarte Ausland zur Kur gefahren. In Freiburg im Breisgau unterzog er sich einer Stadtführung, die ihm eine wunderschöne Stadt vorgaukelte. Denn leider wurden im Kriegsjahr 1944 in Freiburg fast alle Häuser zerbombt, ausser dem Münster und einigen Häuserzeilen drum herum.

So darf gesagt werden, dass in dem putzigen Städtchen nach Walt Disneys Manier alles wieder touristengerecht aufgebaut worden ist. Dem Patienten TGF gefiel der Rundgang und das feine Mittagessen trotzdem sehr und eine gewisse Genesung war zu beobachten.

Der viel zitierte Dr. Berger-Zitzewitz hatte die Idee, anschliessend das wundertätige Kloster St. Peter im Glottertal zu besuchen, da er sich für den Patienten einen Heilungseffekt versprach. Da leider die Zeit dort etwas knapp bemessen war, sprach der Patient nicht darauf an. Diese Erkenntnis - der Patient sollte sich mindestens eine Stunde in der Klosterkirche aufhalten - wird Herr. Dr. Berger-Zitzewitz in seinem nächsten Science-Artikel (Si, 2006, 26ff) berücksichtigen…

Unsere sehr geschätzte Frau Oberschwester Hildegard konnte in ihrer langjährigen Tätigkeit schon bei mehreren Patienten die ausserordentliche Wirkung des Weins beobachten, weshalb die nächste Station des Patienten TGF die Winzergenossenschaft Glottertal war. Sehr tatkräftig wurde die Genesung des Patienten durch eine kompetente Winzerin/Önologin unterstützt, die uns mit viel Mutterwitz und Charme durch das Genossenschaftsgebäude führte. Der Patient konnte sich sicher viel neues Wissen über Grauburgunder, Gewürztraminer und Sekt aneignen.

Weiter führte uns die rollende Praxis nach Waldau (wo 1667 nachweislich die erste Schwarzwälderuhr entstanden ist!) in den Gasthof zur Traube, wo sich der Patient nach einem weiss-in-weiss gehaltenem Nachtmahl und anregender Unterhaltung zur wohlverdienten Bettruhe begeben konnte.

Nach einem feinen Morgenessen war der Patient wieder so gut auf den Beinen, dass etwas Sport angesagt war. Dazu wurde der TGF im Praxisbus zur Sprungschanze Adler- bzw. Rathausschanze in Hinterzarten gekarrt. Auch ohne die Skier anzuschnallen und abzuspringen war die Besichtigungstour für den doch etwas angeschlagenen Patienten TGF hart: Berg rauf, Treppen rauf, Treppen runter, Berg runter. Aber es lohnte sich alleweil, die Strapazen auf sich zu nehmen, denn wer ist sonst schon mal auf einem Absprungsbalken gesessen und hat sich den Wind um die Nase wehen lassen? Oder weiss, dass so ein Sprung nur ca. 10 Sekunden dauert?! Auch diese Führerin machte ihre Sache sehr kompetent! Bravo!

Nach der Besichtigungstour nahm der Patient ein sehr gutes und reichhaltiges Mittagessen im Gasthof Schwarzwaldhof in Hinterzarten zu sich, was ihn beim Dessert beinahe kollabieren liess… Als Einschub eine kleine Anekdote zum Gottvertrauen der Hinterzarter: Heidi Hochreuter, eine Patientin der allseits verehrten Oberschwester Hildegard, wollte sich für ihr Beinleiden eine Salbe besorgen. Sie ging in eine Hinterzarter Apotheke und verlangte die gewünschte Crème. Als sie bezahlen wollte, merkte sie, dass sie ihr Portemonnaie im Praxisbus vergessen hatte. Leider konnte sie frühestens um 12.30h zu ihrem Geld gelangen aber die Apotheke schloss dummerweise schon um 12.00h. „Kein Problem“, meinte der Apotheker und gab ihr die Salbe samt dem Rückgeld auf 10 Euro, mit der Bitte, bei Gelegenheit einen 10 Euroschein in den Briefschlitz einzuwerfen, was sie selbstverständlich auch tat. So wohlwollend betrachten die Leute im Schwarzwald ihre Mitmenschen!

Der letzte Behandlungspunkt war eine Schifffahrt auf dem Titisee, der ja, wie nun allen bekannt ist, nach dem röm. Kaiser Titus benannt worden sein soll. Wir bestiegen aber nicht das Schiff Titus, sondern den fränkischen Ritter Götz von Berlichingen, der in Goethes Drama den berühmten Ausspruch "Leck mich doch am A…" gemacht hat. Uns tat der A. vom langen Sitzen auf den harten Schiffsbänken auch ein wenig weh, aber als dann wiederum Sekt gereicht wurde - Zitzewitzs Wunderkurmittel -, merkte man dieses Schaukeln schon bald nicht mehr.

Nach der Besichtigung des Fernsehserie-Hauses von Dr. Brinkmann und Schwester Christa und einem Fototermin vor demselben, begab sich der Patient müde aber schon sehr genesen wieder in die rollende Praxis.

Sicher sowie rundum zufrieden und glücklich kam der TGF am Carparkplatz Zürich an. Ein grosses Dankeschön an alle, die zum Glücken dieser Reise beigetragen haben, insbesondere Dr. Zitzewitz alias Alex Schatt und Oberschwester Hildegard alias Jeanine Erni.

Fotos