Wie alles begann - Die Geschichte der Theatergruppe Friesenberg
Im
Frühjahr 1946 gründete der idealistische Bankangestellte Leo Seidl, zusammen
mit seiner Frau Anna, die Theatergruppe Friesenberg. Es entstand nicht etwa ein
neuer dramatischer Verein, in dessen Repertoire Zigeuner unschuldige
Grafentöchter verschleppten oder ober-bayrische Förster und Wilddiebe um die
Wette knallten.
Dem kitschigen Rührstück hatte der Regisseur und
Charakterdarsteller Leo Seidl, der oft mit Emil Hegetschweiler verglichen
wurde, den Kampf angesagt. Statt dessen wollte er gutes, lustiges Volkstheater
bieten, dem wir heute noch treu sind. Der Anfang war allerdings nicht gerade
ermutigend. Ein Saal stand zwar im Kirchgemeindehaus zur Verfügung, doch fehlte
es am Probelokal. In den kleinen Stuben der Mitglieder und sogar in einer
Garage musste zunächst geübt werden. Das dauerte bis 1960. Dann konnte man den
Schweighofsaal samt Probelokal in Betrieb nehmen. Seit 1993 finden die
Aufführungen wieder im neu gestalteten Kirchgemeindesaal statt.
Kehren wir nochmals in das Jahr 1946 zurück. Die erste
Vorstellung konnte ausverkauft und eine zweite angesetzt werden. Später gab es
bis zu drei Wiederholungen, nebst auswärtigen Gastspielen. Im Laufe der Ära Leo
Seidl, sie dauerte bis zu seinem Tode im Jahre 1969, sind rund 33 abendfüllende
Dialektstücke, darunter einige Uraufführungen über die Friesenberger Bühne
gegangen. Bis weit über die Quartiergrenzen hinaus bekam die Theatergruppe
Friesenberg einen beachtlichen Ruf. Leider wurde nach seinem Tode kein
Nachfolger gefunden und damit ruhte der Spielbetrieb für eine längere Zeit.
Doch die Liebe zum Volkstheater blieb in den Schauspielern
haften. Am 12. März 1976 wurde die Theatergruppe Friesenberg durch die
Initianten Hans Bont, Gusti Kopp und Walter Schmid (im Bild: Walter und Martha
Schmid) wieder neu ins Leben gerufen. Wie vor 30 Jahren war der Start keine
Leichtigkeit. Es musste mit vereinten Kräften am gleichen Strick gezogen
werden. Was man mit Liebe tut, hat Erfolg. Und am 27. Januar 1979 hiess es
Vorhang auf für die Uraufführung des Stücks «Pension Seeblick». Der Erfolg war
gross. Das treue Publikum hatte die guten Leistungen der Friesenbergler nicht
vergessen. Somit hatte das Quartier ihre eigene Theaterkultur wieder gefunden,
die bis heute und hoffentlich noch lange für unsere Fans bestehen bleibt.
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