Profi inszeniert für Laien

Quelle unbekannt, ca. März 1998
Christian Weber, Karin Hofer

Auch bei den Proben darf der Humor nicht fehlen: Edi Huber (links) und die Theatergruppe Friesenberg.

Auch bei den Proben darf der Humor nicht fehlen: Edi Huber (links) und die Theatergruppe Friesenberg.

Proben-Endspurt im Saal der Kirche Friesenberg. Edi Huber inszeniert die Komödie «Zimmer 12a». Edi Huber? Richtig. Der Mann, der in Erfolgsmusicals wie «Bibi Balù» oder «Viva Banana» des Duos Suter/Gmür bekannt und beliebt wurde und in der «Kleinen Niederdorfoper» von 1989 seinen Abschied gab.

Das Parfum des Hoteldirektors ist billig und geschmacklos. Der Arzt auf Seitensprung ist nervös, die Arztgattin, unterwegs mit Harfe, ein zickiges und resolutes Weib. Das Ehepaar in der Hochzeitsnacht hat von Tuten und Blasen keine Ahnung, die Frau des Musikers ist eine Alkoholikerin der schwereren Art. Zu alledem ist Zimmer 12a im windschiefen Hotel mehrfach belegt. Und dann gibt es noch Türen im Dutzend für überraschende Auf- und Abgänge.

«Zimmer 12a», das Lustspiel in zwei Akten von Anthony Marriott und Bob Grant, welches die Theatergruppe Friesenberg Zürich zurzeit probt, ist ein «Türschletzer» erster Güte. Bei der ersten Durchlaufprobe vom Montagabend wirkt Regisseur Edi Huber ruhig, aber gespannt. Nur selten unterbricht er. Mal verlangt er mehr Tempo. Oder dann korrigiert er einen Satz, der falsch betont ist.

Jahreslang war Edi Huber im Geschäft. Hat in sämtlichen Erfolgsmusicals von Hans Gmür und Karl Suter mitgemacht. War mit Jörg Schneider und Paul Bühlmann auf Tournee. Hatte Rollen auch in ernsten Fernsehspielen. Stand auf der Bühne zusammen mit Schauspielern wie Joachim Kulenkampff, Maria Becker oder Will Quadflieg.

Obwohl Huber zu den bekannten Namen im Showgeschäft zählte, blieb dieses für ihn finanziell ein hartes Pflaster. «Der Markt in der Schweiz ist zu klein», stellt er nüchtern fest. «Nur wenige verdienen gut. Man ist zwar beliebt und bekannt, aber dies zahlt sich nicht aus.»

Gut im Rennen

Die Arbeit mit Laien ist für Edi Huber eine grosse Herausforderung: «Ich will die Schauspieler zu einem natürlichen Spiel und Sprechen hinführen. Ohne grosse Gesten und ohne falsches Pathos», sagt er. Diesen Weg geht er mit der Theatergruppe Friesenberg nun schon in seiner sechsten Inszenierung. Und er ist zuversichtlich für die Premiere vom 28. März. «Wir liegen genau richtig im Zeitplan», sagt Huber.

«Zimmer 12a», Saal ref. Kirche Friesenberg, Schweighofstr. 239, Tickets: Mo-Fr über Tel. 462 62 24 (jeweils 9-12 Uhr). Premiere Sa, 28. März, 20 Uhr. Weitere Aufführungen: 3./4./8./17./18. April (jeweils 20 Uhr), 26. April 14.30 Uhr.

Originalartikel