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Die Geschichte der Theatergruppe Friesenberg

Oktober 1953: Walter und Martha Schmid
Oktober 1953: Walter und Martha Schmid
Im Frühjahr 1946 gründete der idealistische Bankangestellte Leo Seidl, zusammen mit seiner Frau Anna, die Theatergruppe Friesenberg. Es entstand nicht etwa ein neuer dramatischer Verein, in dessen Repertoire Zigeuner unschuldige Grafentöchter verschleppten oder ober-bayrische Förster und Wilddiebe um die Wette knallten.

Dem kitschigen Rührstück hatte der Regisseur und Charakterdarsteller Leo Seidl, der oft mit Emil Hegetschweiler verglichen wurde, den Kampf angesagt. Statt dessen wollte er gutes, lustiges Volkstheater bieten, dem wir heute noch treu sind. Der Anfang war allerdings nicht gerade ermutigend. Ein Saal stand zwar im Kirchgemeindehaus zur Verfügung, doch fehlte es am Probelokal. In den kleinen Stuben der Mitglieder und sogar in einer Garage musste zunächst geübt werden. Das dauerte bis 1960. Dann konnte man den Schweighofsaal samt Probelokal in Betrieb nehmen. Seit 1993 finden die Aufführungen wieder im neu gestalteten Kirchgemeindesaal statt.

Kehren wir nochmals in das Jahr 1946 zurück. Die erste Vorstellung konnte ausverkauft und eine zweite angesetzt werden. Später gab es bis zu drei Wiederholungen, nebst auswärtigen Gastspielen. Im Laufe der Ära Leo Seidl, sie dauerte bis zu seinem Tode im Jahre 1969, sind rund 33 abendfüllende Dialektstücke, darunter einige Uraufführungen über die Friesenberger Bühne gegangen. Bis weit über die Quartiergrenzen hinaus bekam die Theatergruppe Friesenberg einen beachtlichen Ruf. Leider wurde nach seinem Tode kein Nachfolger gefunden und damit ruhte der Spielbetrieb für eine längere Zeit.

Doch die Liebe zum Volkstheater blieb in den Schauspielern haften. Am 12. März 1976 wurde die Theatergruppe Friesenberg durch die Initianten Hans Bont, Gusti Kopp und Walter Schmid (im Bild: Walter und Martha Schmid) wieder neu ins Leben gerufen. Wie vor 30 Jahren war der Start keine Leichtigkeit. Es musste mit vereinten Kräften am gleichen Strick gezogen werden. Doch was man mit Liebe tut, hat Erfolg. Am 27. Januar 1979 hiess es Vorhang auf für die Uraufführung des Stücks «Pension Seeblick». Der Erfolg war gross. Das treue Publikum hatte die guten Leistungen der Friesenbergler nicht vergessen. Somit hatte das Quartier seine eigene Theaterkultur wieder gefunden, die bis heute bestehen bleibt.

Seit Jahren nun darf sich die Theatergruppe Friesenberg auf ein treues Stammpublikum verlassen, welches mit jedem Jahr mehr Theaterfreunde für sich gewinnt. Das zeigt sich auch in der Anzahl der Aufführungen. Waren es im Jahr 2000 noch deren neun, so zählen heute bereits 14 Aufführungen fest zum Programm. Auch die Anzahl der Aufführungen mit dem beliebten Spaghettiplausch, Musik und Tanz wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert. Über 50 Mitglieder sind mit viel Herzblut und Freude dabei, wenn es darum geht, Jahr für Jahr wieder eine erfolgreiche Theatersaison auf die Beine zu stellen.

Unsere Besucher kommen mittlerweile aus über 14 Kantonen. Damit hat die Theatergruppe Friesenberg heute weit über die Quartiergrenzen hinaus einen Platz eingenommen der verpflichtet, gutes Volkstheater zu bieten. Wir stellen uns gerne dieser Aufgabe und hoffen, dass wir noch viele Jahre all unseren Theaterfreunden gute Unterhaltung und einen vergnügten Theaterbesuch bieten können.